Schlechte Ernte im westafrikanischen Burkina Faso
CVJM-Partnerdorf Lago auch betroffen
Pasteur Etiennne Bazie, Generalsekretär der Föderation Evangelischer Kirchen in Burkina Faso (ODE), ist besorgt über die Ernährungssituation der Landbevölkerung seines Heimatlandes. In diesen Tagen erreichte die Burkina Faso-Projektgruppe des CVJM Stederdorf die Nachricht aus der Hauptstadt Ouagadougou. Etienne Bazie war im März auf Einladung des CVJM in Stederdorf zu Gast in der St. Petrus-Kirchengemeinde und hat eindrucksvoll über sein Land berichtet. In der diesjährigen Regenzeit, die in jedem Jahr in der Sahel-Zone sehnsüchtig erwartet wird, begannen die Niederschläge viel zu spät. Dieser Umstand führte zu erheblichen Ernteausfällen bei der Hirse, aber auch bei Mais und Bohnen. Hirse ist das Hauptgrundnahrungsmittel in Westafrika.
Tasséré Ouedraogo, langjähriger Freund und Partner des CVJM, hat sich im Dorf Lago nach der konkreten Situation erkundigt. Er berichtet: „Bei der diesjährigen Ernte gab es auf den Feldern von Lago keinen Mais und keine Bohnen. Die Hirseernte beträgt nur 50% der benötigten und erhofften Menge, auf manchen Feldern gab es sogar einen Totalausfall. Und doch ist es noch besser als in anderen Dörfern der Region Gourcy.“ Die Landbevölkerung von Burkina Faso ist auf Selbstversorgung angewiesen. Wenn die Vorräte nicht bis zur nächsten Regenzeit und Ernte reichen, bedeutet das Hunger, unter dem besonders die Kinder im Wachstumsalter zu leiden haben.
Die CVJM-Projektgruppe ist in engem Kontakt mit dem ODE und dem „Lago-Komitee“ vor Ort und will erfahren, mit welchem konkreten Zukauf afrikanischer Lebensmittel geholfen und eine gerechte Verteilung sichergestellt werden kann.
Abgesehen von dieser Soforthilfe, setzt sich der CVJM Stederdorf mit dem Ziel zum Bau einer Realschule in Lago für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung der Region ein. „Bildung ist der Schlüssel für die Entwicklung der Zukunft unseres Landes!“ sagt Pasteur Etienne Bazie.
Während des Besuches einer CVJM-Delegation in Lago im Januar 2011 ist gemeinsam mit dem Lago-Comité und Repräsentanten des Dorfes und dem ODE eine Konferenz zur Zukunftsentwicklung der Region durchgeführt worden. Nach mehrheitlichem Votum aller Beteiligten steht dabei die Realisierung einer Realschule im Dorf Lago auf Platz eins der „Wunschliste“. Damit sollen die Zukunftsperspektiven der Kinder und Jugendlichen von Lago dauerhaft verbessert und die Abwanderung in benachbarte Städte bzw. in die Hauptstadt verhindert werden. Abgesehen von der sechsjährigen Grundschule, die von ca. 60 – 70 % der eigentlich schulpflichtigen Kinder besucht wird, gibt es im Umkreis von rund 20 Kilometern keine weiterführende Schule.
Der Besuch einer weiterführenden Schule in einer der umliegenden Kleinstädte setzt die dortige Unterbringung und Betreuung der Kinder bei Verwandten etc. voraus. Da eine solche Möglichkeit selten vorhanden ist und die Eltern kein Geld für eine kommerzielle Lösung besitzen, unterbleibt ein weiterführender Schulbesuch zumeist ganz. Der CVJM Stederdorf benötigt rund 10.000,00 € Spendenmittel, um mit Unterstützung der Dorfbevölkerung von Lago, der St. Petrus Kirchengemeinde Stederdorf und dem Evangelischen Entwicklungs-dienst (EED) eine vierklassige Realschule für rund 240 Schüler(innen) und einem Kosten-volumen von ca. € 49.000,00 errichten zu lassen. Dabei hofft die Burkina Faso Projektgruppe des CVJM auch auf eine Förderung durch die Deutschen Botschaft in Ouagadougou, der das Vorhaben bekannt ist.
Wer den CVJM Stederdorf bei seinen Bemühungen in Burkina Faso unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto-Nr. 25954058 bei der KSK Peine, BLZ 252 500 01, überweisen.


