Mit neuer Motivation im Herzen zurück nach Burkina Faso

Mit neuer Motivation im Herzen zurück nach Burkina Faso

25. September 2012 Aus Von soera

CVJM Stederdorf und Gunzelin-Realschule nahmen Abschied von ihren westafrikanischen Gästen

„Wie aus Fremden Freunde werden“, diese Erfahrung konnten die Burkina Faso-Projektgruppen des CVJM Stederdorf und der Gunzelin Realschule vom 05. bis 25. September 2012 mit ihren acht westafrikanischen Gästen machen. Mit einer von Pastor Ortwin Brand und dem Projektteam gemeinsam gestalteten stimmungsvollen Andacht in der Stederdorfer St. Petrus Kirche wurde nun nach drei Wochen Abschied genommen. Vom Flughafen Frankfurt/Main ging es über Casablanca zurück in die burkinische Hauptstadt Ouagadougou und die Partnerorte Kira und Lago.

Um Begegnungen und den Kultur- und Wissenstransfer durch eigenes Erleben nicht nur einseitig in Richtung Nord-Süd zu gestalten, hatten der CVJM Stederdorf und die Gunzelin-Realschule Peine, dort besteht eine Schulförderpartnerschaft mit der „Ecole de Gunzelin“, eine aus acht Personen bestehende Delegation aus Burkina Faso zu einer „Ökumenischen Lern- und Begegnungsreise“ nach Deutschland eingeladen. Ermöglicht wurde die Reise durch einen Zuschuss des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED).

Das Engagement bezieht sich auf Begegnung, die Bildungs- und Schulentwicklung sowie den Bereich Gesundheit, schließt aber auch eine nachhaltige humanitäre Soforthilfe nicht aus. Ein besonderes Augenmerk gilt bei beiden Partnerschaften dem gegenseitigen Erfahrungs-, Kultur- und Wissenstransfer.

Das dreiwöchige gemeinsame „Lernprogramm“ zum Thema „Zukunftsfähiges Burkina Faso und Deutschland in einer globalisierten Welt.“ hatte vielfältige Facetten, die überwiegend im „Peiner Land“ realisiert werden konnten. Dazu gehörten Hospitationen in fast allen Schulformen, die in der Grundschule Stederdorf, der Gunzelin Realschule, der BBS des Landkreises Peine und dem Öko-Gartenprojekt der IGS Peine, gerne und kooperativ gewährt wurden.

Beeindruckt waren die burkinischen Gäste auch vom vielfältigen Einblick in die heimische Sozialarbeit bei der Caritas Peine, dem Philipp-Spitta-Seniorenzentrum und einem Besuch der Behindertenhilfe Berkhöpen. Bei einem Gespräch mit Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche sowie der muslimischen Gemeinschaft Peine, fand ein angeregter interreligiöser Dialog statt. Die afrikanischen Gäste waren aktiv am Diakoniegottesdienst während des Peiner Eulenmarktes beteiligt und konnten in der Stederdorfer St. Petrus Kirchengemeinde Einblick in die vielfältigen Aufgaben einer Kirchengemeinde nehmen.

Das besonders für Afrika wichtige Thema „Wasser“ wurde bei einem Besuch der Stederdorfer Pumpenfirma GWE und einer Besichtigung der Kläranlage Edemissen beleuchtet. Einblick in die Erzeugung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte konnte bei einer Besichtigung der Landhandelsfirma Elligsen und einer Hühnermastanlage gewonnen werden. Die weltweit unterschiedliche Ernährungssituation und der Umgang mit Lebensmitteln war auch Inhalt von Diskussionsrunden. Mit der Stederdorfer Tischlerei Alfred Köther und dem Installationsbetrieb Nils Wiesemann standen erfahrene Handwerksmeister für Informationen zur Verfügung.

An einem überaus gut besuchten Kulturabend im Ev. Gemeindehaus Stederdorf, haben die afrikanischen Gäste ihr Heimatland Burkina Faso auf vielfältige Weise vorgestellt und aus ihrem im Vergleich zu Deutschland völlig anderen Lebensalltag berichtet.

Wochenendbesuche im Harz und auf der Nordseeinsel Spiekeroog brachten die aus einem überwiegend flachen Binnenland der Sahel-Region kommenden Besucher mit bislang nie erlebten Landschaftsformen in Berührung.

Bei den Gastfamilien Hartkopp, Haubenreißer, Könemann und Schneider in Peine, Stederdorf, Edemissen und Harber, fühlten sich die Afrikaner bestens aufgehoben und hatten so einen kleinen Einblick in den deutschen Lebensalltag. Isabell Jacobs, Larissa Mandel, Claudia und Dirk Osburg waren zudem für die Programmbegleitung im Einsatz.

Während die Projektkoordinatoren Christa Schneider und Henning Könemann zum Abschied eine Fotodokumentation zum Lernprogramm im Peiner Land überreichten, erfreute CVJM-Vorsitzende Frauke Pfeiffer die nach Burkina Faso zurückreisende Delegation mit Wasserwaage und Bandmaß im Miniaturformat und meinte: „Aus Fremden sind in drei Wochen Freunde geworden.“