Von Stederdorf nach Wittenberg

Von Stederdorf nach Wittenberg

8. März 2018 Aus Von soera

Bei klirrender Kälte und strahlendem Sonnenschein starteten die Stederdorfer CVJM-Mitarbeitenden mit zwei Kleinbussen zu einem Seminarwochenende in die anhaltinische Lutherstadt Wittenberg an der Elbe. Dort folgten sie ideenreich den tiefen Spuren, die Martin Luther unübersehbar in „seiner Stadt“ hinterlassen hat. Auch nach dem 500. Jubiläum 2017 bleibt der Anspruch „Die Reformation geht weiter und ist nie abgeschlossen!“ Diesem Leitgedanken konnten sich die Teilnehmenden des CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) anschließen.

Tagungsort war die Jugendherberge Wittenberg, quasi unmittelbar neben Martin Luthers ‚Thesentür“ und in den ehemaligen Räumen der kurfürstlichen Residenz Friedrich des Weisen. Die Nachbarschaft zur Schlosskirche und Nähe zur historischen Altstadt wirkte sich inspirierend auf die generationsübergreifende Gruppe aus. Mit einem von Joy Könemann und Luisa Krohm vorbereiteten „Luther-Quiz“ wurde gleich zum Einstieg in das Wochenende vorhandenes Reformationswissen anspruchsvoll und spielerisch abgefragt.

Der von Johannes Glaubig am Samstagmorgen fachlich und schwungvoll begleitete Stadtrundgang rückte nicht nur Martin Luther, sondern auch seine wichtigen Wegbegleiter Philipp Melanchton, Lucas Cranach und Johannes Bugenhagen ins Bewusstsein. Deren ehemalige Wohn- und Arbeitsgebäude gehören ausnahmslos zum UNESCO-Welterbe. Glaubig wusste gekonnt den Spannungsbogen zwischen 1517 und 2018 zu knüpfen. „Die Freiheit des Wortes und soziale Verantwortung als wichtige Herausforderung zum Fortgang der Reformation bis in unsere Tage“, wurden den Besuchern deutlich vor Augen gestellt. Der Stadtrundgang endete mit einem Kurzbesuch beim CVJM Wittenberg, der u.a. einen offenen Treffpunkt für benachteiligte Jugendliche anbietet.

Zur Abrundung der vielen gewonnenen Fakten und Erkenntnisse durfte natürlich ein Besuch des von Yadega Asisi zum Reformationsjubiläum kreierten 360°-Panorama „Inmitten der Menschen vor 500 Jahren“ nicht fehlen. Das Panorama zeigt mit Sound- und Lichteffekten das Geschehen um 1517 und verknüpft geschichtliche Schlüsselmomente mit dem Alltagsleben der Menschen.

Selbst inszeniertes Spontantheater sorgte am Abend für Entspannung. Am Samstagnachmittag und Sonntag blieb noch Zeit, verschiedene Projekte des CVJM Stederdorf zu beraten. Angefangen mit den maritimen Sommerfreizeiten auf Spiekeroog, Fehmarn und der Kanutour auf Werra und Weser, bis zum westafrikanischen Burkina Faso-Projekt und den „Ferien vom verstrahlten Alltag“ für Kinder aus Weißrussland, wurde dabei ein weiter Bogen geschlagen. Musikalisch begleiteten Maya Willenborg und Henrik Domeyer von der CVJM-Gitarren-gruppe schwungvoll das Wochenende. Ein Gottesdienstbesuch in einer von Luthers Predigtstätten, der Stadtkirche St. Marien, bildete den Abschluss des Wittenberg-Wochenendes.

So konnte CVJM-Vorsitzende Frauke Pfeiffer in der Schlussrunde eine positive Bilanz ziehen und Joy Könemann für 2019 mit Köln ein interessantes Ziel für das nächste CVJM-Seminarwochenendes vorschlagen. „Der Abend weiß mehr als der Morgen…“, um einer alten biblischen Weisheit zu folgen…